Yama

Yama by Monika Donner Yama

Yama führt ein Leben wie ein junger Hund. Er ist ja auch einer. Eigentlich ist er aber eine Bullprofatze.

Was das ist? Nun: Was bestimmte akustische und olfaktorische (riechbare) Rassekriterien, wie extreme Schnarchgeräusche und Intensiv-Biogasproduktion, anbelangt, gehört Yama am ehesten zu den American Bulldogs. Sein  konzentrierter Blick, mit dem er alles - vom Einräumen der Waschtrommel bis zu den Wasserläufern auf der Teichoberfläche -  wahrnimmt, gleicht dem eines alten Professors. Sobald er aber bemerkt, dass die Zweibeiner auf der Couch liegen, kuschelt er sich ran wie eine Katze, wobei er meist seinen Kopf unter der Decke hat…

Yama dürfte eine Mischung aus Staffordshire Terrier und American Bulldog sein. Das weiß man nicht so genau, weil Monika ihn aus dem Tierheim geholt hat. Als sie den vier Monate alten, schwarz-weissen Welpen im Juli 2009 hinter den Gittern des riesigen Zwingers sitzen sah und er sie mit seinen schwarz umfleckten Augen fixierte, war es um Monika geschehen. „Kann ein Hund treuer und sehnsüchtiger schauen als dieser?“ dachte sie und steckte ihren Finger durchs Gitter, den er liebevoll ableckte. Auch Mandy hat ihn sofort ins Herz geschlossen - den Hund (den Finger kannte sie ja bereits). Und so mutierten Monika und Mandy binnen einer Woche von Vierbeinern (zwei Zweibeinern) zu Zwölfbeinern (zwei Zweibeinern und zwei Vierbeinern).

Einen Hund hatten sie ja schon wenige Tage zuvor aus dem Tierheim geholt: Yamas beste Freundin ist ebenfalls ein Mischlingshund. Sie heißt Xena und vereint die Wesensmerkmale einer Kuh, eines Geißbocks und einer Katze: Sie ist also eine Kuhbockatze, weil sie den Rasen mäht wie eine Kuh, vor der Fütterung das Sprungtalent eines Geißbocks unter Beweis stellt und ebenfalls kuschelt wie ein Kätzchen. Sie ist vermutlich ein Staffordshire-Mastiff-Mischling.

Yama und Xena beschäftigen sich hauptsächlich mit aktiver Gartengestaltung. Sie zeigen deutlich, dass Maulwürfe im Gegensatz zu ihnen Hochbaumeister sind. Im Wettstreit zwischen Hoch- und Tiefbautieren wird der Garten stets aufs Neue in eine Mondkraterlandschaft verwandelt. Positiv formuliert: So bleibt weniger Fläche zum Rasenmähen. Ansonsten zieht Yama seine große Liebe gerne an einem Seil durchs Wohnzimmer oder versucht vergeblich, ihr „Rückendeckung“ zu geben, wenn er meint, nicht beobachtet zu werden.

Yama liebt Schnee. Als er Monika nach Kirchschlag begleiten durfte, wohin Monika sich gerne zum Schreiben zurückzieht, wurde er zum Schneehund. Die idyllische Waldlandschaft hat ihn genauso verzaubert wie Monika. Sie stapften stundenlang durch den tiefen Schnee, philosophierten dabei oft über das Leben und verglichen die Sichtweise des Hundes mit der des Menschen…