Lebensberatung
Viele Jahre kämpfte ich damit, die Geschlechterrollen unter Dach und Fach zu kriegen. Zu mir selbst zu stehen, so wie ich in Wahrheit bin, war dabei die größte Aufgabe. Im Grund genommen, ist sie eine Lebensaufgabe, die jeder Mensch zu bewältigen hat. Man kann sie nicht wirklich von der geschlechtlichen Identität und den Geschlechterrollenbildern trennen. Die extreme Männerrolle "Centurio" (Toni Justl) brauchte einen Ausgleich und fand sie in "Monique Dumont". Diesem Doppelleben ist die Fotomontage rechts aus dem Jahr 2004 gewidmet. Das Schlüpfen in Extremrollen tat viele Jahre sehr gut, belastete aber auch, weil ich mich dabei stark von den Reaktionen meines Umfelds abhängig machte: Ich freute mich, wenn mich jemand so annahm, wie ich mich gab, war aber auch enttäuscht oder zornig, wenn das Gegenteil der Fall war oder ich nur glaubte, dass es so sei. Erst als ich mit mir selbst ins Reine kam, wurde ich unabhängiger vom sogenannten Fremdbild, also dem Bild, das andere von mir hatten oder von dem ich nur dachte, dass andere es von mir haben. Erst meine eigene Ausbildung (Lebens- und Sozialberatung) und die Hilfe befreundeter Therapeuten brachte mich dort hin, wo ich heute bin: zu mir.
Als Lebensberaterin bin ich nicht nur darin geschult, Menschen so anzunehmen, wie sie sind, und mit ihnen den individuellen Lebensweg zu finden, der ihrem Innersten entspricht. Ich bin auch mit der speziellen Thematik der Transidentität persönlich und beruflich vertraut. Für mich macht es keinen Unterschied, ob jemand zufriedener mit seinem Doppelleben oder in seinem vollen Leben als Transfrau glücklicher sein will. Ich helfe gerne, weil es mir Freude bereitet. Außerdem bin ich therapeutisch gut vernetzt.
